Lastspitze

Wie kommt eine neue Lastspitze zustande?

Bei Industriebetrieben, die mehr als 100.000 kWh Strom im Jahr beziehen, wird in der Regel neben der Energiemenge (kWh) auch die Leistung (kW) gemessen und vom Netzbetreiber abgerechnet. Damit wird der erhöhten Belastung des Versorgungsnetzes ab einer gewissen Leistungsentnahme Rechnung getragen. In einem gewöhnlichen Tarif richtet sich die Bezahlung der Leistung nach der Jahres-Lastspitze, der höchsten 15-Minuten-Last, die in einem Jahr aufgetreten ist. Dieser Wert wird im Lastspitzenspeicher des Zählers am Übergabepunkt monoton steigend mit der letzten höchsten 15-Minuten-Last überschrieben und zu Beginn jedes Monats zurückgesetzt. Die monatliche Lastspitze lässt sich so am Ende jedes Monats aus dem Lastspitzenspeicher auslesen.

Lastspitze

Lastspitzenspeicher eines Zählers am Übergabepunkt.

Der Wert des Speichers wird monoton steigend mit der letzten 15-Minuten-Last überschrieben, sofern diese höher als der bisherige Wert war.

Entscheidend für das Zustandekommen einer neuen Lastspitze sind also der tatsächliche Leistungsverlauf (Auflösung in der Grafik hier: 15 Sekunden) und wie dieser über die 15-Minuten-Zeitfenster des Lastspitzenspeichers gemittelt wird. Dies bedeutet, dass es zu einer neuen Lastspitze kommt, sobald innerhalb eines 15-Minuten Intervalls das Integral unter der Wirkleistung größer ist als das Integral unter dem Wert des Lastspitzenspeichers. Das entspricht dem Vergleich der bezogenen Wirkarbeit in jedem neuen 15-Minuten Intervall mit der maximal bezogenen Wirkarbeit in einem solchen Intervall. Eine zeitliche Verschiebung des tatsächlichen Leistungsverlaufs zu den Zeitfenstern hat also einen großen Einfluss auf den Wert der 15-Minuten-Last. Außerdem können durchaus Leistungen auftreten, die höher als die Lastspitze sind, ohne, dass dies direkt zu einer Erhöhung der Lastspitze führt.

„Zum Vergleich: Man stelle sich eine Autofahrt im Stadtverkehr vor. Die Geschwindigkeit entspricht der Wirkleistung und die zurückgelegte Wegstrecke entspricht dem Integral der Wirkleistung, also der bezogenen Wirkarbeit. Alle 15-Minuten wird nun die zurückgelegte Wegstrecke in diesem 15-Minuten Intervall notiert. Das Intervall mit der längsten Wegstrecke entspricht der Lastspitze.“
(Christian Schumacher, Energiesystemanalyse – ENIT Systems)

Lastpsitzen

Verlauf der Wirklast und des Lastspitzenspeichers im Zähler am Übergabepunkt.

Der Verlauf der tatsächlichen Wirklast (Auflösung 15 Sekunden) führt im beobachteten Zeitraum in zwei 15-Minuten Zeitfenstern zur Erhöhung der Lastspitze im Lastspitzenspeicher.

Anlagenschrank

„Die Erkenntnis, dass die Lastspitze nicht aus nur einer Spitze im Lastverlauf besteht war für uns neu. Mit dem ENIT Agent können wir den hochaufgelösten Verlauf sehen und verteilen nun das Hochfahren unserer Anlagen so, dass wir uns keine extremen Lastspitzen einhandeln.“
(Energiecontroller eines süddeutschen Mittelständlers)

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