Energiekennzahlen berechnen

Wie können Energiekennzahlen mit der Hilfe von Algorithmen automatisch berechnet werden?

Energiekennzahlen (EnPI) gewinnen im Rahmen neuer Anforderungen an ein Energiemanagementsystem zunehmende Bedeutung. Energiekennzahlen bilden das Fundament für den Nachweis verbesserter Energieeffizienz, wie es die neue ISO 50000er Serie vorsieht. Die ISO 50003 fordert, dass eine Verbesserung der Energieeffizienz Teil des Zertifizierungsverfahrens ist. Diese Verbesserung muss nachweisbar und dadurch messbar sein. Daraus ergibt sich für die Unternehmen die Herausforderung, die eigene Verbesserung der Energieeffizienz messbar zu machen. Die Bildung von Kennzahlen ist somit unerlässlich um diese neue Anforderung zu erfüllen.

Energiekennzahlen alleine sparen keine Energie. Sie dienen als Ansatzpunkt für die Optimierung eines Energiesystems und schaffen die Objektivierung und Visualisierung von energetischen Zielen. Typischerweise werden Energiekennzahlen auf der Datengrundlage von verschiedenen Systemen gebildet. Je nach Kennzahl sind Energiedaten aus dem Energiemonitoring, Produktionsdaten aus dem MES oder betriebswirtschaftliche Größen aus dem ERP System notwendig, um Energiekennzahlen zu bilden. In der Praxis wird aufgrund von mangelnden Schnittstellen der Systeme oft auf Excel-Tabellen zurückgegriffen.

Um die Bildung von Energiekennzahlen zu vereinfachen, greifen wir mit einem neuen Feature auf einen Algorithmus zurück, der aus den hochaufgelösten Energiedaten des ENIT Agents die Betriebszustände an den Messpunkten automatisch erkennt. Der Algorithmus ist dadurch in der Lage bestimmen zu können, wann sich Anlagen auf Standby- bzw. Betriebsniveau befinden. Die Entwicklung des Algorithmus erfolgte in Kooperation mit der Uni Bamberg und unseren Bestandskunden.

Energiekennzahlen Algorithmus

Der Algorithmus erkennt Zyklen und Betriebszustände automatisch aus der Zeitreihe

 

Statischer Schwellenwert oder intelligenter Algorithmus

Der Algorithmus bestimmt auf Basis der intrinsischen Informationen des Wirkleistungsverlaufs einzelner Anlagen wöchentlich einen Grenzwert, der Betriebs- von Standby-Lasten differenziert. Anhand dieses Grenzwertes können Standby- und Betriebsintervalle voneinander getrennt betrachtet und entsprechende zustandsbezogene Energiekennzahlen gebildet werden. Auf der Grundlage eines hinterlegten Stromtarifs und der bekannten Betriebszustände lassen sich beispielsweise die Energiekosten pro Betriebs-/Standbystunde einfach automatisiert berechnen.

Energiekosten pro Stunde

Beispielhafte Aufschlüsselung der Energiekosten pro Stunde mit Hilfe des Algorithmus

Eine der größten Herausforderungen bei der automatischen Berechnung von Energiekennzahlen besteht in der Datenintegration der Daten aus weiteren Systemen. Beispielsweise stehen Produktionsdaten oft nicht in ausreichender Datenqualität zur Verfügung oder eine Integration dieser ist aufgrund mangelnder automatisierter Schnittstellen sehr aufwändig. Eine automatische Berechnung der Energiekennzahlen mit Hilfe des Algorithmus kann einen solchen Engpass in vorhandenen Systemen umgehen. Gleichzeitig zeigt dies auch, dass die Zukunftsfähigkeit von solchen Systemen zunehmend durch offene Schnittstellen bestimmt wird.

Energiekennzahlen Histogramm

Der Algorithmus wurde bei 33 Lastgängen von 19 Kunden erfolgreich getestet

Bevor ein neuer Algorithmus fester Bestandteil der Software wird, wird dieser zusammen mit unseren Kunden ausgiebig getestet und angepasst. Die Entwicklung erfolgt entlang der Bedürfnisse und des Feedbacks der Kunden. Dadurch wird sichergestellt, dass neue Features eine möglichst hohe Aussagekraft und einen maximalen Nutzen besitzen.

 

ENIT Systems Newsletter

Sie möchten nichts mehr von unserem Blog verpassen? Melden Sie sich bei unserem Newsletter an.

Versteckte Funktionen im ENIT Agent kennenlernen:

TESTPHASE ANFORDERN

Der ENIT Agent ist mit zwei Handgriffen bei Ihnen installiert. So können Sie ihn drei Monate unverbindlich testen.

Jetzt testen